Vereinschronik

Vorbemerkung:
Die Niederschriften in den Protokollbüchern des Kresimkervereins beginnen im Jahre 1926 mit folgendem Vermerk:

„Das Protokollbuch I war in Verwahrung des Kassiers Riedle aus Friedrichshafen und ging mit dem Tode Riedles beim Fliegerangriff am 29.04.1944 zu Grunde“

Der „Bezirksbienenzüchterverein Tettnang“, wie er 1926 hieß, wurde am 06. Juli 1884 gegründet.

Aus den ersten vier Jahrzehnten des Vereins wissen wir recht wenig. Im Jahre 1902 finden wir in der Zeitschrift des „Württ. Landesverein für Bienenzucht“, „Die Bienenpflege“, einen recht interessanten Beitrag:

„Tettnang. Landwirtschaftlicher Verein. Sektion für Bienenzucht. Im Bienenleben herrscht jetzt Ruhe: da dürfen wir da oben an den Gestaden des Schwäbischen Meeres wohl auch wieder einmal ein Lebenszeichen von uns geben, zum Beweis, daß wir, vielleicht eingeschneit doch nicht eingefroren sind.

Bis jetzt galt uns der Grundsatz: „Rede wenig, höre mehr“. Und im Besitze der „Bienenpflege“ und anderer Zeitschriften waren wir immer auf dem Laufenden mit dem Landesverein, und ließen nichts von uns hören. Da wird es uns aber auch nicht verargt werden, wenn wir jetzt herzhaft ins Geschirr gehen und von A bis Z unser Herz ausleeren. 

1884 am 6. Juli wurde unser Verein gegründet in Mariabrunn. Es waren 18 Mitglieder. Herr Pfarrer Wachter in Haisterkirch, auch ein geborener Seehase, nahm sich unser an und schickte uns die Waldseer Statuten. 1885 traten wir dem Landesverein mit allen Mannen bei. Natürlich fehlte es auch nicht an gegnerischen Stimmen. Am Bodensee weht nicht selten ein Südwestwind der der Bienenzucht bös mitspielt; aber der Neid- und Eigennutz-Wind der oft unter den Menschen ausbricht, ist noch gefährlicher. So haben wir da oben Bienenmetzger, die sich nicht dreinfinden wollten, daß man ohne Metzgerei soll besser und namentlich auch säuberer verfahren. Einer, der glaubte, die Bienenzucht für sich allein gepachtet zu haben und gewohnt war, daß der Honigsegen nur in seine Taschen wandere, wollte sich gar nicht dreinschicken, daß auch andere vom Honig Goldfüchslein ernten und daß sogar die Herren hinter diesen Neuerungen stunden. Allein trotzdem, vielleicht gerade deshalb, nahm der Verein zu und zählt jetzt 61 Mitglieder, auch 5 Badener sind bei uns. 

Honig haben wir in Fülle geerntet – noch nie dagewesen so ein Reichtum. Aber auch ganz schlechter Absatz. 

Versammlungen hielten wir vier, in denen Theorie und Praxis zum Wort kamen. Sie wurden bis zu 150 Personen besucht. Wir haben uns dem landwirtschaftlichen Verein als Sektion, aber mit eigener Verwaltung angeschlossen. Wir haben allen Grund, über diesen Anschluß uns zu freuen, da die den landwirtschaftlichen Verein leitenden Personen uns freundlich und fördernd entgegenkommen. 

Zum Schlusse allen Mitgliedern des Landesvereins ein „Grüß Gott“ mit der Hoffnung auf ein gesegnetes Imkerjahr. Wir wollen den Überfluß schon versorgen.“

Die bisherigen 1. Vorstände: 

1884 - 1897: J.B. Pfaff, Bäckermeister, Mariabrunn, gest. 1897

1897 - 1911: Maß, Mühlenbesitzer in Nonnenbach, Kreßbronn, gest. 1930 

1911 - 1922: Kohler, Oberlehrer in Eriskirch, gest. 1922 in Bregenz

1922 - 1951: Franz Schmid, Oberlehrer in Tettnang, gest. 1951 in Tettnang 

1951 - 1967: Alfons Korherr, Konrektor in Friedrichshafen, gest. am 17.1.1968

1967 - 1977: Alfons Kempter, Meckenbeuren 

1977 - 1994: Albert Ummenhofer, Friedrichshafen, gest. 1994

1994 - 1995: kommisarisch Alfons Kempter, Meckenbeuren 

1995 - 1996: Alfons Kempter, Meckenbeuren 

seit 1996: Wolfgang Vooren, Friedrichshafen

Mitgliederentwicklung: 

Die Mitgliederzahlen des Imkervereins Tettnang-Friedrichshafen gingen vom Jahr 1970 mit 230 Mitgliedern die 2830 Völker bewirtschafteten, bis zum Jahr 2005 auf einen Tiefstand von 117 Mitgliedern mit 1420 Völkern zurück.

Seit 2006 stiegen die Mitgliederzahlen bis zum Jahr 2019 wieder auf 206 Mitglieder (161 Männer und 45 Frauen) wobei die Völkerzahl nur moderat auf 1827 Völker anstieg.